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Vox-Latina-Gottingensis
Original und Nachdichtung
Catull carmen 85 (Übersetzungen 1840 - 1963)
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Hassen und lieben zugleich muß ich. - Wie das ? - Wenn ich's wüßte ! |
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Aber ich fühl's, und das Herz möchte zerreißen in mir. |
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E. Mörike (1840) |
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Haß und Liebe zugleich heg' ich. Du fragst nach dem Grunde? |
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Weiß nicht; daß es so ist aber, empfind' ich mit Schmerz. |
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W. S. Teuffel (1855) |
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Liebe verfolgt mich und Haß. "Und warum?" fragt einer. Ich weiß nicht, |
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Aber ich fühl' es einmal, fühl' es und leide darum. |
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T. Heyse (1855, l889) |
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Haß und Liebe zugleich durchglüht mich. Weswegen? Ich weiß nicht, |
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Aber ich fühl's nun einmal, fühl es mit höllischer Pein. |
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F. Pressel (l860) |
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Liebe verzehrt mich und Haß ! Wieso das? möchtest du fragen. |
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Weiß nicht ! Aber ich fühl's, daß es so ist, und vergeh ! |
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T. Vulpius (1889) |
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Liebe durchglüht mich und Haß. "Warum denn?" magst du mich fragen. |
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Sagen, ach, kann ich es nicht - fühlen nur kann man die Qual. |
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M. Schuster (1906) |
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Haß durchglüht mich und Liebe. "Warum?" So fragst du. Ich weiß nicht. |
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Aber ich fühl's und das Herz bricht mir vor Marter entzwei. |
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M. Schuster (1950) |
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Haß und Liebe mein Leben! Warum? Ich kann es nicht sagen; |
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Blindlings folg ich dem Trieb, ernt' ich auch Marter und Tod! |
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W. Amelung (1911) |
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Ach, ich hasse und liebe. Du fragst, warum ich das tue. |
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Weiß nicht. Ich fühle nur: es geschieht und tut weh. |
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M. Brod (1914) |
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Liebe heg ich und Haß. Fragst du, warum ich es tue? |
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Weiß nicht. Doch es geschieht, fühl ich und kreuzige mich. |
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P. Mahn (1918) |
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Von Haß und Liebe schwillt mein Herz. Fragst du: Warum? |
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Weiß nicht, fühl nur: So ist's - und Schmerz zerreißt mich drum. |
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P. Mahn (1925) |
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Hassen und Lieben zugleich. Du fragst wohl, warum ich's so treibe. |
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Weiß nicht. Daß es mich treibt, fühl' ich und martre mich ab. |
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E. Norden (1923) |
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Liebe trag ich mit Haß. Warum? So fragst du. Ich weiß nicht. |
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Aber ich fühle: so ist's; und ich verblute in Qual. |
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E. Saenger (1926) |
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Zwischen Lieben und Hassen taum'l ich und weiß nicht: weshalb? |
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Aber ich fühle die Pein, die mich zerfoltert gemach. |
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H. Sternbach (1927) |
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Hassen und lieben. Warum, so fragst du vielleicht? Ich weiß nicht. |
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Aber es ist so: ich fühl's, und es zerreißt mir das Herz. |
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C. Fischer (1948) |
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Hassen und lieben, warum ich es tue, das magst du wohl fragen. |
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Weiß ich's doch nicht, nur wie's tut, fühl ich und hänge am Kreuz. |
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W. Herlitschka (1948) |
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Haß erfüllt mich und Liebe. Weshalb das? so fragst du vielleicht mich. |
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Weiß nicht. Doch daß es so ist, fühl ich und quäle mich ab. |
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W. Eisenhut (1956) |
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Hasse und liebe. Warum ich das tu', ist vielleicht deine Frage. |
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Weiß nicht. Doch daß es geschieht, spür' ich - und härme mich ab. |
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K. Büchner (1957) |
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Hass und Liebe |
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0, ich hasse und liebe! Weshalb ich es tue, du fragst's wohl. |
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Weiß nicht! Doch daß es geschieht, fühl ich - unendlich gequält. |
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0. Weinreich (1960) |
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Hassen tu' ich und lieben. Warum ich's tue, so fragst du. |
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Weiß nicht. Doch daß ich es tu', fühl' ich und martre mich ab. |
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R. Helm (1963) |
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Haß und Liebe sind eins bei mir. Weshalb, vielleicht fragst du. |
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Weiß es nicht, spür' ich es gleich; martervoll werd' ich gequält. |
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A. Klein (1963) |
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Odi et amo. Quare id faciam, fortasse requiris. |
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Nescio, sed fieri sentio et excrucior. |
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