Vox-Latina-Gottingensis

Original und Nachdichtung

Catull carmen 13

Einladung an Fabullus

Herrlich sollst du, Fabullus, nächster Tage

So die Götter es geben, bei mir schmausen.

Wenn du nämlich ein wohlbestelltes Essen

Mitbringst, auch ein Blondinchen und ein Fäßchen

Wein und Witz und ein fröhliches Gelächter.

Wenn du, Trauter, dies alles mitbringst, wirst du

Herrlich schmausen: denn dein Catull hat leider

Nichts im Beutel als Spinnweben. Bare

Freundschaft sollst du dafür zurückbekommen

Und was köstlicher ist und delikater:

Einen Balsam, den meinem Mädchen neulich

Amoretten und Charitinnen schenkten.

Wenn du diesen nur einmal riechst, so wirst du

Rufen: machet mich ganz zur Nas', ihr Götter!

Eduard Mörike (1804 - 1875)

Seltsame Einladung

Gut wirst du, mein Fabullus, bei mir speisen,

falls die Götter dir hold sind, nächster Tage,

wenn du selber ein gutes, reiches Essen

mitbringst und nicht vergißt ein hübsches Mädchen,

Wein und Witz und des Lachens gute Geister.

Bringst du dies, wie gesagt, Liebwerter, wirst du

sehr gut speisen! Denn dein Catullus hat den

Beutel voll - leider nur von Spinnweben!

Dafür sollst du erhalten lauter Liebes,

ja noch Süßeres und ganz Auserlesnes:

eine Salbe, die unlängst meinem Mädchen

schenkten Aphroditen und Eroten.

Wirst, so du daran riechst, zu allen Göttern

flehen: "Macht den Fabullus ganz zur - Nase!"

Otto Weinreich (1960)

1

Cenabis bene, mi Fabulle, apud me

2

paucis, si tibi di favent, diebus,

3

si tecum attuleris bonam atque magnam

4

cenam, non sine candida puella

5

et vino et sale et omnibus cachinnis.

6

Haec si, inquam, attuleris, venuste noster,

7

cenabis bene: Nam tui Catulli

8

plenus sacculus est aranearum.

9

Sed contra accipies meros amores

10

seu quid suavius elegantiusue est:

11

Nam unguentum dabo, quod meae puellae

12

donarunt Veneres Cupidinesque;

13

quod tu cum olfacies, deos rogabis,

14

totum ut te faciant, Fabulle, nasum.