Vox-Latina-Gottingensis

Biographisches

zu Persönlichkeiten

der Antike

Pompeius

1. Gnaeus Pompeius, 106 v. Chor als Sohn vornehmer Eltern (sein Vater war 89 v. Chr. Consulat) in Picenum geboren, kämpfte schon als junger Mann im Auftrag Sullas gegen die Marianer und erzwang, erst 25 Jahre alt, obwohl er nicht Magistrat war, 81 den Triumph;

das Heer und Sulla begrüßten ihn als Magnus (der Große; der Beiname wurde in der Familie erblich)..

Nach Sullas Tod trat er weiter für die Vorherrschaft der Optimaten ein.

Er kämpfte gegen > Lepidus in Italien

und zog gegen > Sertorius nach Spanien.

Mit Crassus zusammen erzwang er für 70 das Consulat.

67 säuberte er das Meer in drei Monaten von den Seeräubern.

Anfang 66 ging er als Nachfolger des Lucullus nach Asien, beendigte mühelos den Krieg gegen > Mithridates und >Tigranes und ordnete die Verhältnisse in Asien im römischen Sinne.

Der Senat wurde durch diese großartigen Erfolge mißtrauisch, befürchtete eine Alleinherrschaft des Pompeius und genehmigte, als dieser sein Heer 61 vorzeitig in Brundisium entlassen hatte, seine Anordnungen nicht.

Verärgert schloß Pompeius 60 mit Caesar und Crassus ein politisches Abkommen privater Natur (Dreibund, fälschlicherweise noch immer > Triumvirat genannt).

Bei dessen Erneuerung in Luc(c)a bei (Pisa) 56 erhielt er das Consulat für 55 und die Statthalterschaft in Spanien.

Wegen steigender Anarchie in Rom wurde Pompeius für das Jahr 52 zum consul sine collega (alleinigen Konsul) gewählt und benutzte seine außerordentlichen Vollmachten, um seine führende Stellung in der römischen Politik weiter auszubauen.

Dies brachte ihn in schärferen Gegensatz zu Cäsar, der endlich von Gallien her heranrückte.

Vom Senat zum Oberbefehlshaber bestimmt, mußte Pompeius Italien verlassen, ging nach Griechenland und wurde bei Pharsalus 48 geschlagen.

Auf der Flucht wurde er bei der Landung in Ägypten ermordet.

Er war ein tüchtiger Feldherr, in der Politik aber ohne Blick für die Realitäten und Caesar dadurch klar unterlegen. -

Biographie von Plutarch

2. Sextus Pompeius, jüngster Sohn des Vorigen, schloß sich nach seines Vaters Ermordung den Cäsargegnern an, leistete dann aber, vom Senat zum Flottenkommandanten ernannt, auch den Triumvirn Widerstand und wurde erst nach langen politischen und militärischen Auseinandersetzungen 36 v. Chr. bei Mylae von > Agrpippa geschlagen, 35 in Milet hingerichtet.

 Quelle: Wörterbuch der Antike, Stuttgart 1976 (Kröners Taschenausgabe: Band 96) Achte, verbesserte und ergänzte Auflage

1. s. v. Pompeius. Gnaeus P..

2. s. v. Pompeius, Sextus