Vox-Latina-Gottingensis
|
Ovid |
|
Ovid (Publius Ovidius Naso), 43 v. - 18 n. Chr., der produktivste röm. Dichter, lebte in Rom und wurde 8 n. Chr. von Augustus aus nicht bekannten Gründen nach Tomi (Konstanza) am Schwarzen Meer verbannt (> Verbannung). Ovid schrieb Liebeselegien (Amores), dichtete "Liebesbriefe" berühmter Frauen der Sage an ihre Geliebten (Heroides), verfaßte eine "Liebeskunst", (Ars amatoria), mit der er zeigte, wie man eine Geliebte findet, ihre Liebe gewinnt und erhält, und die "Heilmittel gegen die Liebe" (Remedia amoris), die dazu verhelfen sollten, eine nicht mehr gewünschte Liebe wieder loszuwerden. - Sein bekanntestes Werk sind die "Metamorphosen", eine umfangreiche Sammlung von Verwandlungssagen von der Entstehung der Welt bis zu Cäsars Verwandlung in einen Stern. Außerdem beschrieb er den röm. Festkalender, die fasti, in dichterischer Form; in diesem Werk werden die röm. Feste und Gedenktage mit ihren Entstehungssagen geschildert. Ovid war schon bei seinen Zeitgenossen ein sehr beliebter und vielgelesener Dichter, wurde im Mittelalter gern gelesen und ist noch heute Schulautor. - Seine Metamorphosen haben mit ihren mythologischen Inhalten auch die bildende Kunst und vor allem die Malerei bis heute befruchtet. - Ovids Kunst und nachhaltige Wirkung beruhen auf seiner feinsinnigen psychologischen Beobachtungsfähigkeit, seinem überragenden Erzältalent, seiner sprachlich-rhetorischen Meisterschaft und seiner profunden Kenntnis der antiken Mythologie. Verbannung zurück Strafe für schwerste Delikte einschließlich Mord, vollzogen
Mit Verbannung wurden nur römische Bürger und Angehörige der Oberschicht bestraft. Einfache Leute mußten bei gleichen Delikten mit der Todesstrafe rechnen. Quelle: Nickel-Waiblinger: Kleines Lexikon zur römischen Welt, C. C. Buchners Verlag Bamberg 1985
|